Ab in den Urlaub


Die Sommermonate sind angebrochen. Für viele Menschen heißt das: Ab in den Urlaub. Die Deutschen sind darin Vizeweltmeister. Nur die Chinesen reisen mehr. 2012 buchten die Deutschen rund 40 Millionen Urlaube und damit mehr als je zuvor, der Umsatz der Branche stieg auf das Rekordergebnis von 24,2 Milliarden Euro. Tourismus sei ein „hochdynamischer Wachstumsmarkt“ und einer der wichtigsten Pfeiler der deutschen Konjunktur, so der Präsident des Deutschen Reiseverbandes.

Bert Görzen ist einer von drei Pastoren der FeG Gießen.
Ich gehe davon aus, dass auch wir dieses Jahr vom Reisefieber gepackt werden und weg wollen. Auch wir genießen es, in südlicheren Sphären der Erde in der Sonne zu liegen oder eine strahlende Naturlandschaft zu genießen. Und dabei zu entspannen. Entspannung, Abschalten, Erholung. Darum geht es, wenn wir uns abmachen in den Urlaub. Raus aus dem stressigen Arbeitsalltag. Raus aus dem sonstigen, manchmal beschwerlichen Trott.

Erholung ist ein wichtiger Wert. Auch für Gott. Nicht umsonst hat Gott das Sabbatgebot gegeben, das auch heute als gute Grundregel für uns Christen gelten kann: Sechs Tage arbeiten, einen Tag ruhen (2. Mose 20,8–11). Gott legt viel Wert auf eine richtige Work-Life-Balance: Nicht nur arbeiten und sich abmühen, sondern auch ruhen.

Allerdings steckt in diesem Gebot noch viel mehr. Im Kern heißt „ruhen“ in diesem biblischen Gebot nicht, dass man nichts tut. Es geht nicht um Faulenzen, Chillen oder Füßehochlegen. Die eigentliche Idee hinter dem Sabbat ist eine andere: Sich Zeit für Gott nehmen. Sich in Gott ausruhen.

Das Sabbatgebot lautet nämlich so: „Denke an den Sabbattag, um ihn heilig zu halten“ (2. Mose 20,8). Wenn man einen Tag heilig hält, dann heißt das, dass man ihn für Gott reserviert. Man nimmt sich Zeit für Gott. Und nur darin finden wir dann maximale Erholung. Klar brauchen wir auch körperliche Ruhe und einfach Entspannung. Das ist absolut in Gottes Sinne. Doch ausruhen können wir – in den Tiefenschichten unserer Seele – vor allem in der Begegnung mit Gott. Der Kirchenvater Augustinus (354–430) hat dazu einen treffenden Satz gesagt: „Ruhelos ist unser Herz, bis es ruht in dir, Gott.“

Deswegen sollten wir die Sommerzeit auch als Ruhepause mit Gott verstehen. Es geht nicht nur um „ab in den Urlaub“, sondern auch um „ab zu Gott“. In seine Gegenwart. In seine liebevollen Arme. An seine tröstende, verständnisvolle Schulter. Jesus sagt zu uns: „Kommt zu mir, ihr alle, die ihr euch plagt und von eurer Last fast erdrückt werdet; ich werde sie euch abnehmen“ (Mt 11,28).

(Quelle: Gemeinde aktuell 3/2016, S. 2; Wiedergabe mit freundlicher Genehmigung)

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